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Interview: Die kreativen Köpfe hinter den Sims

Carim, am 19.08.2012 um 20:22 Uhr

Ben Bell, Executive Producer, und King Choi, Product Manager von Die Sims, haben gestern in der EA-Community Lounge die neue Erweiterung Supernatural und das Erweiterungspack Jahreszeiten vorgestellt. Nach der Präsentation fanden sie sogar noch Zeit, mir einige Fragen zu beantworten.

 

Hi, erstmal danke für die ausführliche Präsentation und das Interview.

Bell: Gerne.

Choi: Klar, gar kein Problem.

Das erste Sims-Spiel erschien bereits vor 12 Jahren und die Serie ist seitdem ein Riesenerfolg. Was denkt ihr ist der Hauptgrund für diesen Erfolg?

Bell: (lacht) Ich denke, ein Grund dafür, dass die Sims so erfolgreich sind, ist der, dass sie die Spieler vor den Bildschirmen widerspiegeln. Das Spiel simuliert das echte Leben, aber die Spieler können nicht nur ausdrücken, wer sie wirklich sind. Sie können auch so spielen, wie sie gerne wären, oder einfach herumexperimentieren. Ich glaube, dass die Tatsache, dass das Spiel für jeden, der damit in Berührung kommt, etwas bedeutet, macht einen großen Teil des Erfolgs aus. Außerdem spielt der Humor eine große Rolle. Die Sims ist meiner Meinung nach eines der lustigsten Spieleserien überhaupt. In vielen der heutigen Spiele geht es ums Ballern, Scoren oder andere ernste Dinge. Die Sims bedienen andere Emotionen und Themen wie Liebe und Freundschaft, setzen sich aber auch mit den ernsteren Dingen humorvoll auseinander. Wir bringen die Menschen einfach zum Lachen.

Was hat es mit dem Thema „übernatürlich“ auf sich? Warum kein anderes Thema?

Bell: Ich denke, dass wir mit den Sims dieses Thema ganz anders beleuchten können als andere Spiele oder Medien. Ich finde das groteske Bild eines Werwolfs, der zu Hause ganz alltäglichen Dingen nachgeht, echt lustig (grinst). Sicher haben sich Horrorfilme und die Popkultur schon satirisch mit dem Thema befasst, aber wir drücken dem Ganzen noch unseren ganz eigenen Sims-Stempel auf. Außerdem war es schlicht ein Wunsch der Fans, etwas Mystisches in die Sims zu bringen. Ich denke das ist uns mit Supernatural gelungen.

Und Seasons? War das Integrieren einer Jahreszeitenoption auch ein Wunsch der Fans?

Choi: Auf jeden Fall! Seit den ersten Erweiterungspacks für Die Sims 3 war das mit Abstand die häufigste Fananfrage. Wir tauschen uns so oft wie möglich mit den Fans aus, geben dem Ganzen aber immer auch noch unsere eigene Note. Deshalb nutzen wir die Open-World Nachbarschaft diesmal wirklich aus, nicht nur durch das Verändern des Wetters, sondern auch durch die jahreszeitbezogenen Festivals, die es in Seasons gibt. Die verleihen mit anderen individuellen Events und Charakteristika jeder Jahreszeit ihr eigenes Spielgefühl. Hinzu kommen noch ganz neue Aktivitäten, wie das Schwimmen im Meer. Wir versuchen immer das Meiste aus der Sims 3-Engine rauszuholen.

Viele der neuen Features wie Tränke brauen und Magie erinnern an bekannte Fantasy-RPGs. Würdet ihr Die Sims als Rollenspiel und Supernatural als Fantasy-RPG bezeichnen?

Bell: Eine interessante Frage. Wir sind ja nicht nur Game-Entwickler sondern auch Gamer, die selber zocken. Dementsprechend lassen wir uns auch von Spielen inspirieren. Einige Aspekte von Die Sims 3 und Supernatural beruhen tatsächlich auf Rollenspielen, im Kern bleiben jedoch beide eine Simulation. Deinen Sims selbst zu gestalten und ihm bestimmte Fähigkeiten zu verleihen ist nur ein Teil des Spiels, hauptsächlich wollen wir aber das Leben mit all seinen Facetten wiederspiegeln.

Die Origin-Vorbesteller-Edition von Supernatural enthält ein kleines Crossover mit Plants vs. Zombies. Werden die Sims in Zukunft Rennen wie in Need for Speed fahren oder Fußballspiele wie in FIFA austragen?

Bell: (lacht) das sind jedenfalls coole Ideen! Soweit haben wir noch nicht gedacht. Pflanzen gegen Zombies hat einfach zu den Sims gepasst, weil PopCap (Entwicklungsstudio des Spiels) auch viel Humor in seine Spielen einfließen lässt. Wir haben Zombies in unser Spiel eingebaut und in Pflanzen gegen Zombies gibt es zombieabwehrende Pflanzen, die Zusammenarbeit lag einfach nahe. Über weitere Crossovers haben wir uns noch keine Gedanken gemacht, falls sie zu unseren zukünftigen Projekten passen, sperren wir uns aber natürlich nicht gegen weitere Zusammenarbeiten mit Partnerstudios.

In welche Richtung entwickelt sich die Franchise? Die Sims scheinen perfekt dafür zu sein, sie in einem free-2-play Onlinegame umzusetzen. Es gibt ja sogar schon ein Facebook-Game zu der Reihe.

Bell: Eine gute Frage. Zurzeit entwickeln sich viele interessante Geschäftsmodelle in der Branche. Es gibt sicher viele Spieler, die free-2-play Games lieben und denen wir mit besagtem Socialgame und auch einer Version für iOS eine Alternative bieten. Der Großteil der Sims-Fans, vor allem diejenigen die seit Jahren unsere Spiele spielen, schätzt jedoch die Vielschichtigkeit und den Detailreichtum der Sims-Games, die wir im Moment nur über PC oder Mac bieten können. Was die Zukunft für die Sims bereithält, lässt sich aber natürlich noch nicht sagen. Wir halten uns alle kreativen Optionen offen.

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